Das Leben anreichern - mit Achtsamkeit

Der Angst begegnen

Welch herausfordernde Zeit, in der wir uns jetzt befinden. Alles steht auf dem Kopf. Unser Leben wird gerüttelt und zum Teil auch erschüttert. Ganz persönlich, gesamtgesellschaftlich, weltweit. Angst macht sich breit, in den Köpfen, Herzen, Körpern.

Dieses Gefühl der Angst kann sehr diffus sein, mal stärker, mal schwächer. Begleitet von Gedanken, die sich in Dramen verwandeln können. Wir erleben, wie sie sich verstärken kann durch Medien, in Gesprächen, im unmittelbaren Kontakt mit Leid.

Wie können wir ihr begegnen, ohne dass sie uns vereinnahmt? So, dass sie sich auch immer wieder beruhigt? Und wie können wir sie freundlich in uns halten? Den Teil von ihr, der uns hilft, klar zu denken? Uns zu orientieren und gut für uns zu sorgen?

Die wichtigste Information dazu ist zunächst:
Du bist nicht deine Angst. Das ist wichtig: du bist viel mehr als das.

Das Problem: Wenn die Angst uns ankriecht, werden wir nicht selten zur Angst. Wir können uns nicht mehr von dem Gefühl lösen, dass sie real ist und dass reale – bereits jetzt existierende - Gefahren drohen.

Gedanken sind häufig das Öl, das sie befeuert. Ein Teufelskreislauf. Das Gefühl der Angst oder Befürchtungen wirken zurück auf den Verstand. Dieser kurbelt die Gedankenmaschinerie weiter an, was wiederum das Gefühl verstärkt.

Zack – gefangen.

Angst kann in dieser Weise übermächtig werden. Sie kann den Geist verwirren, die Abwehrkräfte schwächen und unsere Handlungsfähigkeit schachmatt setzen. Wir fühlen uns ausgeliefert. Dieser Kreislauf ist gefährlich für die Gesundheit.

Und gleichzeitig: ein normaler organismischer Vorgang!

Angst ist überlebenswichtig

Angst ist überlebenswichtig in der Not, wenn es uns tatsächlich hier und jetzt an den Kragen geht. Wenn es um Leben und Tod geht, und zwar unmittelbar.

Der Körper kümmert sich unglaublich intelligent darum, dass wir in der Not handlungsfähig sind. Ohne unser Dazutun, das geschieht!

Er aktiviert in dem Moment alle Körper-Funktionen, die dafür sorgen, dass wir ausweichen oder in Aktion treten können. Oder besser still halten, bis die Gefahr vorüber ist

Angst ist ein Machtfaktor

Angst ist auch ein Machtfaktor. Erschwerend zu den inneren Vorgängen kommt hinzu, dass viele Menschen und Medien mit Angst um uns herum arbeiten. Nicht nur, aber auch.

Zu unterscheiden, welche Informationen wichtig sind um handeln zu können, und welche völlig überflüssig, ist bisweilen sehr schwer.

Leider reagiert der Körper in der Not genauso, wie wenn du im Augenblick keine Not hast, jedoch in deinen Gedanken perspektivisch Not assimilierst. Dir also vorstellst, welche Not auf dich zukommen könnte. Gespeist von den vielen Informationen im außen.

Der Körper kann reale Angst nicht von vorgestellter Angst unterscheiden.

Es ist wichtig, das zu wissen. Sehr wichtig! Denn ohne dieses Wissen - vielmehr Bewusst-Sein - bist du dem Gedankenstrom und den Dramen, die er in Körper und Psyche und Geist inszenieren kann, ausgeliefert.

Was hilft, wenn dieser Kreislauf bereits losgetreten ist:

HIER und JETZT - EIN REALITÄTSCHECK

  • Verankere dich in der Realität, hier und jetzt.

  • Frage dich: Ist in diesem Augenblick, hier und jetzt, wirklich Gefahr im Verzug?

  • Aktiviere Wissen bzw. Bewusst-Sein!:Was in der Angst geschieht, ist: das Gefahrenradar (die Amygdala) im Gehirn ist aktiv. Es feuert nicht nur, wenn reale Gefahr droht, sondern auch, wenn du Angstgedanken folgst, die in dir aufsteigen. Und wenn du dich angstschürenden Nachrichten aussetzt, und das im Übermaß.

Nimm wahr: der Boden unter dir ist stabil, Wände um dich herum und ein Dach über dir schützen dich. Dein Kühlschrank ist wahrscheinlich gefüllt. Du atmest …

BEWUSSTSEIN – ATMEN MIT DER ANGST

  •  Und lenke die Aufmerksamkeit in deinen Atem, jetzt, mit Entschlossenheit – denn bewusstes Atmen (insbesondere Ausatmen) wirkt positiv auf deinen Körper. Es aktiviert den Parasympathikus, den Teil des vegetativen Nervensystems, der für Entspannen zuständig ist.

  • Spür diesen Atemzug jetzt! Und das, was du erfährst, während er geschieht … während du dich ganz in diesen Atemzug hineinfallen lassen kannst.

  • Atme mit dem Gefühl der Angst – Atme auch mit den Angstgedanken – lass alles da sein, atme damit. Dein Atem ist die Basisstation, von der aus du den Gedanken und dem Gefühl zuschauen kannst. Es braucht etwas Übung, zugegeben. Und es funktioniert, nach einer Weile, garantiert.

  • Spür, wie das ist, einatmen – ausatmen. Vielleicht auch hin und wieder tiefer ein- und ausatmen, um deutlicher zu spüren.

  • Nimm auch wahr, welche Empfindungen dabei aufsteigen, so genau wie möglich – schenk dir 3 Minuten dafür … mehr ist übrigens erlaubt :-)

FREUNDLICHKEIT und MITGEFÜHL – DIE ANGST UMARMEN

  • Entspann dein Gesicht, lass eine Qualität von Güte in seinen Muskeln entstehen. Vielleicht so: stell dir vor, du umarmst ein Kind, das gerade jetzt, in diesem Moment, dein Mitfühlen, deinen Trost benötigt. Dein Gesichtsausdruck liebevoll – vielleicht sogar mit einem sanften Lächeln in den Mundwinkeln?

  • Unterschätze dich nicht! Du hast so viel Macht, dich in dieser Weise zu nähren und zu beruhigen. Wenn du es ein paar Mal ausprobiert hast, wirst du sie zunehmend erkennen. Und stärken.

Nimm dir täglich mehrmals ein paar Minuten Zeit für dich, um deiner Angst oder den angstvollen verstörenden Gedanken und Sorgen wirklich zu begegnen. Um sie zu untersuchen, sie zu kennen, mit ihnen zu atmen. Dich mit ihnen anzufreunden.

Es kann auch hilfreich sein, einen angenehmen Platz in deiner Wohnung zu finden, der dieses Ritual unterstützt. Den "Von-der-Angst-ins-Vertrauen"-Ort.

Die Zeit ist günstig, jetzt, dir selbst zu begegnen.
Auch: dir neu zu begegnen.
Und anders als jemals zuvor.

Mut und Vertrauen wünscht dir von Herzen
Brigitte


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